Joseph Roth: Lebenswelten im Untergang
Der in Galizien geborene Joseph Roth (1894-1939) erzählte mit Anteilnahme von untergehenden Lebenswelten, gleichviel ob er sich in Radetzkymarsch dem greisen Kaiser Franz Joseph oder in Hiob einer vielfach bedrückten und bedrängten jüdisch-orthodoxen Familie zuwandte.
Warmherzig und kühl zugleich blickt Roth auf seine Mitmenschen. Sein Essay Juden auf Wanderschaft ist nicht frei von romantisierender Nostalgie und enthält doch am Beispiel osteuropäischer Juden grundsätzliche Beobachtungen zum Thema Migration, die hellsichtig und aktuell sind. Er schrieb über bürokratische Schikanen, Armut und Anfeindungen, über Flucht, Heimweh und enttäuschte Hoffnungen.
Joseph Roth starb im Pariser Exil, in das er wegen der Nationalsozialisten gegangen war. Meier-Barthel wird auch aus einem Bericht seines Freundes Soma Morgenstein über einen der letzten öffentlichen Auftritte Roths vor seinem frühen Tod vorlesen.
Die Lesung wird im alten Foyer der Bibliothek bei Wein, Saft und Knabbereien stattfinden.
Anmeldung unter 05231 92660-12 oder Email: auskunft@llb-detmold.de
Der Eintritt ist frei.