„Ihr aber lernet, wie man sieht, statt stiert, / Und handelt, statt zu schwätzen eure Lebenszeit. / Die Welt war voller solcher Herren kurz vorher, / Der Völker Schoß ist fruchtbar noch aus dem das kroch.“
Mit diesen Worten endete Bertolt Brecht 1941 den Lehr-Epilog seiner Parabel über die Machtergreifung Adolf Hitlers. In Arturo Ui, einer Parabel im Gangster-Milieu Chicagos, zeigt er, wie eigennützige und profitorientierte Entscheidungen mächtiger Menschen extremistischen Ansichten den Weg in die Mitte der Gesellschaft ebnen: Kaufleute unterstützen brutal-methodische Gangster, bis Ui Herrschaft über Stadt und Bürger:innen erlangt. Die Satire zog seit jeher Parallelen zum Aufstieg Hitlers; heute findet sich mehr Zuordnung als bloße Entsprechung – der Schoß gebiert weiter. Haben wir wirklich nichts aus solchen Geschichten gelernt?