Licht und Schatten: Das Ensemble Boulevard Baroque
Das Ensemble Boulevard Baroque verbindet in seinem neuen Konzertprogramm musikalische Kontraste und elektrisierender Emotionen.
Am 10. Mai präsentiert das
Ensemble in der Detmolder Erlöserkirche eine ebenso vielschichtige
Bandbreite gegensätzlicher Stimmungen wie das Ensemble für
historische Aufführungspraxis selbst vielseitig ist: Tänzerische
Leichtigkeit steht neben emotionaler Tiefe und trifft zugleich auf
expressive Klangfülle. Mit der international gefeierten
Multi-Instrumentalistin Anna Fusek als Solistin an Blockflöte und
Barockvioline bietet Boulevard Baroque ein Fest kontrastreicher
Klangwelten des Barock und lässt die Ausdruckskraft dieser Musik
unmittelbar erfahrbar werden.
Mit Anna Fusek hat das Ensemble
Boulevard Baroque erneut eine hochkarätige Solistin an Blockflöte
und Barockvioline zu Gast. Die gebürtige Pragerin konzertierte als
Solistin mit vielen renommierten Orchestern wie der Akademie für
Alte Musik Berlin, den Berliner Philharmonikern, dem
WDR-Sinfonieorchester oder dem Collegium 1704. Sie gab ihr Debüt als
Blockflötistin in der Berliner Philharmonie und trat als Solistin
u.a. mit dem Orchestra della Toscana in Florenz auf.
Sie wird gemeinsam mit dem Ensemble
Boulevard Baroque das Wechselspiel von Licht und Schatten zum Klingen
bringen. Das sogenannte Chiaroscuro (ital.) gehört zu den prägenden
Gestaltungsideen des Barock, in der bildenden Kunst ebenso wie in der
Musik. Maler wie Caravaggio oder Rembrandt van Rijn – um nur die
zentralen Lichtgestalten zu nennen – nutzen das Spannungsverhältnis
von Licht und Schatten, um ihren Bildern eine
theatralisch-dramatische Intensität zu verleihen und eine damit
eindringliche, oft psychologisch geprägte Wirkung zu geben. In der
Musik findet dieses Prinzip seine Entsprechung durch den Kontrast
dynamischer Schwankungen, (diss)harmonischer Spannungen,
Klangfarbenreichtum und Wendungen in der Besetzungsgröße. Es
entsteht ein lebendiges Spiel der Gegensätze – ein Hell-Dunkel der
Affekte, von Freude und Trauer, Ruhe und Erregung.
So lebt auch das Programm von
Boulevard Baroque von barockem Kontrastreichtum und vereint u.a.
Werke von Henry Purcell, Thomas Morley, Carlo Gesualdo und Antonio
Vivaldi. Neben Auszügen aus Purcells The
Fairy Queen stehen Morleys
expressive Fantasie „Il Lamento“ sowie Gesualdos klanglich kühne
und emotional zugespitztes „Moro, lasso“. Mit Vivaldis
Flötenkonzert Il
Gardellino, das den Gesang
des Distelfinken kunstvoll nachzeichnet, tritt ein Werk von
besonderer Lebendigkeit und Virtuosität hinzu. Die Auswahl reicht
von tänzerisch geprägten Suiten über virtuose Konzertformen bis
hin zu ausdrucksstarken Ensemblewerken und spiegelt die klangliche
und emotionale Bandbreite von „Licht und Schatten“ wider.