Am Sonntag, 7. Juni setzt sich um 16.30
Uhr die Reihe „Musik für Spaziergänger“ in der Kirche zu Bergkirchen fort. Zu
Gast ist der Soloklarinettist der Bayerischen Staatsoper München Prof. Markus
Schön und die Dozentin für Klavier an der Musikhochschule Hannover Yasko
Linnartz. Ab 15 Uhr bieten die lippischen Landfrauen Kaffee und Kuchen im und
um das Gemeindehaus an. Es ist das letzte Konzert vor der Sommerpause.
Musik von
Verdi, Puccini, Rossini, Pergolesi, Corelli, Scarlatti, Respighi, Cimarosa und
Parisotti. Italienische Vokabeln für Musikliebhaber: Belcanto – der wirklich
schöne Gesang, Sprezzatura – die virtuose Leichtigkeit, und Passione – die
ungezügelte Leidenschaft.
Der
Philosoph Jean-Jacques Rousseau schrieb begeistert über die italienische Musik:
„Ich glaube nicht, dass es einen Menschen auf der Erde gibt, der so
unempfindlich für schöne Klänge wäre, dass er jene bewunderungswürdige Musik
ohne Vergnügen hörte. Alle Nationen Europas sind sich in diesem Lob einig, und
der Eifer, mit dem sie diese Musik adaptiert haben, ist ein Beweis ihrer
Wertschätzung.“
Und in der
Tat haben italienische Komponisten, Sänger und Sängerinnen das Musikleben in
allen europäischen Metropolen über zwei Jahrhunderte bestimmt. Seit der im 18.
Jahrhundert schwärmerisch verehrte Komponist Giovanni Battista Pergolesi die
Oper aus den himmlischen Höhen der Götter geholt hat und Menschen aus dem Volk
seine Helden und Heldinnen wurden, ist Italien sozusagen zur Heimat der Oper
geworden.
Arien von
Verdi, Puccini, Rossini und Pergolesi – um die bekanntesten zu nennen – aber
auch fast vergessene und nicht minder betörende von Respighi und Parisotti
werden wir in Bergkirchen zum Klingen, nein: zum Singen bringen.
„Was für
ein Entzücken empfindet das Ohr, nachdem es durch die unregelmäßigen Phrasen
des Rezitativs geirrt ist, wenn es dann die Arie beginnen hört, deren Plan und
Struktur es auf der Stelle erfasst“, fand ein Zeitgenosse Rousseaus. In der
Praxis spielte das Publikum eher gelangweilt Karten während der Rezitative –
und ließ sich vom Zauber der Melodie einer Arie mitunter bis zur Raserei
hinreißen.
Und doch
gab es auch in Italien Komponisten, die nicht in den Sog der Oper gerieten,
etwa Domenico Scarlatti, von dem eine seiner kleinen aber so feinen
Klaviersonaten zu hören sein wird, und Arcangelo Corelli, dessen virtuose
Follia-Variationen wir spielen werden.
Eintrittskarten
für 10,-/15,-/20,-
€ kann man unter karten@bergkirchen.net bestellen oder an der Tageskasse ab 15
Uhr kaufen. Ab 15 Uhr gibt es Kaffee und Kuchen der Landfrauen im und um das
Gemeindehaus. Weitere Informationen erfährt man unter www.bergkirchen.net
Markus Schön,
geboren 1971 in Lage, ist seit 2003 Soloklarinettist der Bayerischen Staatsoper
München und seit 2013 außerdem Professor für Bläserkammermusik an der
Kunstuniversität Graz. Von 2015 bis 2016 war er Professor für Klarinette an der
Folkwang Universität der Künste in Essen. Schon früh wurde er Mitglied des
Bundesjugendorchesters und danach der Jungen Deutschen Philharmonie. Nach dem
Studium bei Hans-Dietrich Klaus, Hans Deinzer und Eduard Brunner spielte er
freischaffend vor allem in renommierten Kammerorchestern: in der Deutschen
Kammerphilharmonie Bremen, dem Scottish Chamber Orchestra und dem Mahler
Chamber Orchestra. Es folgten kurzzeitige Engagements in größeren Klangkörpern
wie den Symphonieorchestern des Bayerischen und Norddeutschen Rundfunks, dem
Deutschen Symphonieorchester Berlin, den Münchner Philharmonikern und dem
Concertgebouw-Orchester Amsterdam.
Als Solist trat er mit großen Orchestern auf, u.a.
mehrfach mit dem Bayerischen Staatsorchester unter Kent Nagano. Seit dem
Studium war Markus Schön Mitglied in zahlreichen Formationen für Kammermusik,
die ihm bald zur Leidenschaft wurde. Daneben galt sein Interesse der Neuen
Musik, und er wirkte u.a. im ensemble recherche, im Klangforum Heidelberg und
im Kammerensemble Neue Musik Berlin mit. Eine neue Klangwelt zu entdecken
begeistert ihn, seit er sich seit 2005 dem Spiel auf historischen Klarinetten widmet.
So gründete er mit namhaften Spezialisten für historische Instrumente das
Bläsersextett "vecchio legno" und das "Cellini-Quintett".
Markus Schön ist Preisträger verschiedener Wettbewerbe, z.B. gewann er 1999 den
ersten Preis beim Mendelssohn-Wettbewerb, Berlin. Zweimal, 1999 und 2000, nahm
ihn der Deutsche Musikrat in seine Reihe "Konzerte junger Künstler"
auf. Viele deutsche Sendeanstalten engagierten ihn für Solo- und
Kammermusik-Produktionen, so der SWR, SR, NDR, WDR, MDR, Radio Bremen und der
Deutschlandfunk.
Die Pianistin Yasko Linnartz studierte bei
Prof. Hideo Abe und Prof. Yuko Fujimura in Japan. Sie war Stipendiatin der
Begabtenförderung an der Musikhochschule Sakuyo und beendete ihr Studium in
Japan als Jahrgangsbeste.
An der Hochschule für Musik Detmold absolvierte sie
anschließend ein Aufbaustudium in der Soloklasse von Prof. Friedrich Wilhelm
Schnurr und beendete dies erfolgreich mit dem Konzertexamen. Weitere für sie
prägende musikalische Anregungen erhielt sie bei Meisterkursen von Konrad
Hansen, Konrad Richter und Hans Leygraf.
Sie konzertierte als Solistin mit zahlreichen
Orchestern, unter anderem mit der Wiener Kammerphilharmonie, dem Staatsthe-ater
Kassel, den Bielefelder Philharmonikern, dem Detmolder Kammerorchester und den
Berliner Symphonikern.
Zu ihren Kammermusikpartnern zählen unter anderen
Isabelle Faust, Nobuko Imai, Gernot Schmalfuß, Bruno Schneider, Ulf Schneider,
Markus Schön, Felicia Terpitz, Latica Honde-Rosenberg und Stephen Waarts. Ihre
Konzerttätigkeit und Rund-funkaufnahmen erstrecken sich vor allem auf
Deutschland, Österreich und Japan.
Yasko Linnartz war in den vergangenen Jahren als
Dozentin an den Musikhochschulen in Detmold und Bremen engagiert. Neben ihrer
Konzerttätigkeit konzentriert sie heute ihre Arbeit auf ihre Dozentur an der
Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover und ihre private
Lehrtätigkeit. Ihre Schüler und Student*innen sind regelmäßig erfolgreiche
Preisträger bei den nationalen Wettbewerben.