Master Class - Norbert Elias-Lectures
Prof.’in em. Dr.’in Katharina SykoraZerrbilder. Physiognomische und mediale Störungen im Fotoporträt
Thema sind Störformen des Porträts in der analogen wie digitalen Fotografie. Zunächst werden Beispiele formaler Verzerrungen von Porträts in der Malerei (Anamorphosen) und in der Fotografie (Zerrspiegel) sowie Beispiele von aktiv durch die Porträtierten vollzogenen Gesichtsverzerrungen (Grimassen) vorgestellt. Dann soll sich die Diskussion um zeitgenössische Störformen des Fotoporträts erweitern (Morphing, Glitsch etc.). Hierfür sollten die Teilnehmenden eigene Beispiele mitbringen. Fragen nach den bildpolitischen Implikationen der am Porträt ausgeführten Bildstörungen stehen im Mittelpunkt (Unterlaufen der Erkennungsfunktion, Infragestellung individueller Züge als Paradigma des Subjekts, Verflüssigung der Grenze zwischen Mensch und Umgebung).
Die Master Class findet in Ergänzung zur Norbert Elias-Lecture am 13.01.2026 („Lächeln oder Die Einhegung von Ernst und Lachen“) statt.
Die
Master Class richtet sich an fortgeschrittene Studierende (Bachelor und Master), junge Wissenschaftler*innen und Promovierende und bietet die Möglichkeit, mit renommierten Forscher*innenpersönlichkeiten in Kontakt und Diskussion zu treten. Wir ermuntern Bachelorstudierende (ab ca. 3. Semester) ebenso wie Masterstudierende zur Teilnahme! Spezifisches Vorwissen ist nicht vonnöten, um an dem zweistündigen Seminar teilzunehmen, der Besuch des Vortrages am Vorabend ist jedoch sinnvoll. Im Vorfeld wird Ihnen eine Textgrundlage zur Verfügung gestellt.
Haben Sie keine Scheu und nutzen Sie die Gelegenheit. Für die Teilnahme an der Master Class wird Ihnen ein Zertifikat ausgestellt.
Die Teilnehmendenzahl ist begrenzt!Anmeldung (aktualisiert) bis zum 11.01.2026 (gerne mit Angabe der Fachrichtung) per Mail an:
norbert-elias-lectures@uni-bielefeld.de. Weiterführende und aktuelle Informationen finden Sie auf der Homepage der
Norbert Elias-Lectures.
Katharina Sykora ist Professorin i.R. für Kunstgeschichte. Nach ihrer Promotion zu
Das Phänomen des Seriellen in der Kunst (1983) war sie u.a. als wiss. Mitarbeiterin am Feministischen Archiv und Dokumentationszentrum (Frankfurt/Main) tätig. Ab 1994 lehrte sie Kunstgeschichte an der Universität Bochum und an der HBK Braunschweig, an der sie zudem das DFG-Graduiertenkolleg „Das fotografische Dispositiv“ leitete (2013-2018). 2018 wurde sie Distinguished Harris Professor am Dartmouth College und 2021 mit dem Wissenschaftspreis der Aby-Warburg-Stiftung geehrt. Ihre Forschungen umfassen visuelle Konstruktionen von Geschlecht, Autorschaft und Affekten sowie die Wahrnehmung von Ordnungssystemen in Fotografie, Malerei und Film. 2007/08 erhielt sie die renommierte Forschungsförderung Opus Magnum der VW-Stiftung für ihre wegweisenden Bände zum Thema
Die Tode der Fotografie.
Raum: D3-121