Starke Frauenfigur im Zentrum
Spartenübergreifende Produktion
Text von Yvonne Gebauer und Nadja Loschky nach Christa Wolfs gleichnamiger Erzählung / Musik von Mathis Nitschke und Stefan Behrisch (Programmierung Sounds: Jörg Hüttner)
POV: Der Krieg ist zu Ende. Du, eine junge Frau, wurdest als Beute von den Siegern in deren Heimat verschleppt und weißt instinktiv, dass die königliche Ehefrau deines neuen »Gebieters« dich in zwei Stunden ermorden lassen wird. Was geht dir durch den Kopf? Vielleicht Fragen wie diese: Wann und wie beginnt ein Krieg? Wie ändern sich Dinge unter dem Druck einer Belagerung? Sympathien, Strukturen, Machtverhältnisse? Wem ist plötzlich nicht mehr zu trauen? Warum hat man etwa die Frauen sukzessive aus allen Entscheidungen herausgedrängt? Wie stark waren Familienbande, Liebe, Freundschaften?
Kassandra ist nicht nur Tochter des Königs Priamos, sondern auch Seherin. Als die Griechen ihre Heimatstadt Troja nach zehn Kriegsjahren zerstört und sie verschleppt haben, zieht sie angesichts des eigenen Todes ihr ganz persönliches Resümee.
Christa Wolfs Kassandra ist die bemerkenswert aktuelle Bestandsaufnahme einer Frau, die auch in Extremsituationen ihre Unabhängigkeit zu wahren versucht und dabei doch an vielen Punkten scheitern muss.